Wertungsmatrix

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Wertungsmatrix nennt man ein Bewertungsinstrument, das im Rahmen eines Vergabeverfahrens verwendet wird, um die eingereichten Angebote objektiv zu bewerten und das wirtschaftlichste Angebot zu ermitteln. Die Ermittlung des wirtschaftlichsten Angebots erfolgt auf der Grundlage des besten Preis-Leistungs-Verhältnisses. Neben dem Preis oder den Kosten können auch qualitative, umweltbezogene oder soziale Zuschlagskriterien berücksichtigt werden.

Die Wertungsmatrix dient dazu, die verschiedenen Kriterien zu gewichten und den Angeboten eine Punktzahl bzw. ein Ranking basierend auf den Angebotsinhalten zuzuweisen. Es empfiehlt sich Unterkriterien zu jedem Zuschlagskriterium zu bilden. Die Wertungsmatrix legt die Kriterien fest, anhand derer die eingereichten Angebote bewertet werden sollen. Diese Kriterien können verschiedene Aspekte umfassen, wie zum Beispiel:

  1. Preis: Der Preis oder die Kosten des Angebots können ein Bewertungskriterium sein.
  2. Qualität: Die Qualität der angebotenen Leistungen oder Produkte kann bewertet werden. Dies kann anhand von spezifischen Qualitätsmerkmalen oder -standards geschehen, die vom Auftraggeber festgelegt werden.
  3. Nachhaltigkeit: Wenn Nachhaltigkeitsaspekte eine Rolle spielen, kann die Wertungsmatrix auch Kriterien wie Umweltfreundlichkeit, Energieeffizienz oder soziale Verantwortung umfassen.
  4. Erfahrung und Referenzen: Die Erfahrung des Bieters und seine Referenzen in ähnlichen Projekten können ebenfalls in der Wertungsmatrix berücksichtigt werden.
  5. Technische Lösungen oder Innovationen: Wenn der Auftraggeber spezifische technische Lösungen oder Innovationen sucht, können diese als Bewertungskriterien in die Wertungsmatrix  festgelegt werden.

 

Die Wertungsmatrix weist jedem Bewertungskriterium eine Gewichtung zu, um deren relative Bedeutung im Vergleich zueinander festzulegen. Die Gewichtung kann durch Punktzahlen, prozentuale Anteile oder andere Maßnahmen erfolgen. Die Angebote werden anhand der Kriterien bewertet, und ihre Gesamtpunktzahl oder ihr Gesamtranking wird verwendet, um das wirtschaftlichste Angebot zu ermitteln.

Die Wertungsmatrix dient dazu, den Vergabeprozess objektiv, transparent und nachvollziehbar zu gestalten. Sie gewährleistet eine faire Bewertung der eingereichten Angebote und ermöglicht es dem Auftraggeber, das beste Angebot basierend auf den festgelegten Kriterien auszuwählen. Die Wertungsmatrix sollte im Vorfeld des Vergabeverfahrens klar definiert und den Bietern mitgeteilt werden, um Transparenz und Gleichbehandlung sicherzustellen.

Wussten Sie schon?

Eine Wertungsmatrix ist ein effektives Werkzeug im Vergabeverfahren zur objektiven und transparenten Bewertung von Angeboten. Hier sind einige mögliche Fehler, die bei der Erstellung und Anwendung einer Wertungsmatrix auftreten können, und wie sie vermieden werden können:

  1. Unklare oder widersprüchliche Bewertungskriterien: Jedes Bewertungskriterium in der Matrix muss klar und eindeutig definiert sein, um Missverständnisse und inkonsistente Bewertungen zu vermeiden.
  2. Nicht transparente Gewichtung der Kriterien: Die Gewichtung der einzelnen Kriterien muss transparent und nachvollziehbar sein. Die Bieter sollten im Voraus wissen, welche Kriterien besonders wichtig sind.
  3. Diskriminierende oder unzulässige Kriterien: Alle Kriterien und Unterkriterien müssen mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz, dem Transparenzgebot und dem Verbot der Diskriminierung übereinstimmen.
  4. Änderung der Bewertungskriterien oder ihrer Gewichtung nach Veröffentlichung der Ausschreibung: Die Kriterien und ihre Gewichtung dürfen nach Veröffentlichung der Ausschreibung grundsätzlich nicht geändert werden.
  5. Unzureichende Dokumentation: Jeder Schritt des Bewertungsprozesses muss dokumentiert werden, um die Entscheidungsfindung transparent und nachvollziehbar zu machen.

 

Um diese Fehler zu vermeiden:

  • Definieren Sie klar und eindeutig jedes Bewertungskriterium in der Wertungsmatrix und bilden Sie Unterkriterien.
  • Gewichten Sie die Kriterien transparent und stellen Sie sicher, dass sie im Einklang mit den Zielen der Ausschreibung stehen.
  • Vermeiden Sie diskriminierende oder unzulässige Kriterien.
  • Ändern Sie die Bewertungskriterien oder ihre Gewichtung nicht nach Veröffentlichung der Ausschreibung.
  • Dokumentieren Sie den Bewertungsprozess gründlich.

 

Durch einen sorgfältigen und gut durchdachten Ansatz bei der Erstellung und Anwendung einer Wertungsmatrix wird der Vergabeprozess fair, transparent und effizient gestaltet.

 

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