{"id":25865,"date":"2026-09-09T17:15:36","date_gmt":"2026-09-09T15:15:36","guid":{"rendered":"https:\/\/abante.de\/?post_type=abante_lexikon&#038;p=25865"},"modified":"2026-10-02T15:11:34","modified_gmt":"2026-10-02T13:11:34","slug":"unterschwellenrechtsschutz","status":"publish","type":"abante_lexikon","link":"https:\/\/abante.de\/en\/vergaberecht-lexikon\/unterschwellenrechtsschutz\/","title":{"rendered":"Unter\u00adschwellen\u00adrechtss\u00adchutz"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Unter\u00adschwellen\u00adrechtss\u00adchutz<\/strong><\/h2>\n<p>Sofern die EU-Schwellen\u00adwerte erre\u00adicht wer\u00adden, ist eine Nach\u00adpr\u00fc\u00adfung der Ver\u00adgabeentschei\u00addung gem. \u00a7\u00a7 155 ff. GWB vor der zust\u00e4ndi\u00adgen Ver\u00adgabekam\u00admer durch das Ein\u00adre\u00adichen eines Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungsantrags m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Wie ist aber unter\u00adhalb der EU-Schwellen\u00adwerte?<\/p>\n<p>Bei Auf\u00adtragswerten unter\u00adhalb der EU-Schwellen\u00adwerte beste\u00adhen fernab der all\u00adge\u00admeinen prozes\u00adsualen Rechtss\u00adchutzm\u00f6glichkeit\u00aden, wie dem einst\u00adweili\u00adgen Rechtss\u00adchutzver\u00adfahren oder der Schadenser\u00adsatzk\u00adlage, in einzel\u00adnen Bun\u00addesl\u00e4n\u00addern spezielle ver\u00adgaberechtliche Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungsver\u00adfahren. Hier\u00adf\u00fcr m\u00fcssen die Auf\u00adtragswerte lediglich bes\u00adtimmte Bagatell\u00adgren\u00adzen \u00fcber\u00adschre\u00adit\u00aden.<strong><br>\n<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Unter\u00adschwellen\u00adrechtss\u00adchutz in Rhein\u00adland-Pfalz<\/strong><\/h3>\n<p><u>Rechts\u00adgrund\u00adla\u00adgen<\/u><\/p>\n<p>In Rhein\u00adland-Pfalz erm\u00f6glicht die&nbsp;<strong>Lan\u00addesverord\u00adnung \u00fcber die Nach\u00adpr\u00fc\u00adfung von Ver\u00adgabev\u00ader\u00adfahren durch Ver\u00adgabepr\u00fcf\u00adstellen<\/strong>&nbsp;einen Unter\u00adschwellen\u00adrechtss\u00adchutz f\u00fcr wirtschaftlich bedeut\u00adsame \u00f6ffentliche Auftr\u00e4ge. Der gesch\u00e4tzte Auf\u00adtragswert muss hier\u00adbei f\u00fcr zu vergebende Bau\u2011, Liefer- und Dien\u00adstleis\u00adtun\u00adgen min\u00addestens 75.000 EUR ohne Umsatzs\u00adteuer (ab dem 01.07.2022) betra\u00adgen.<\/p>\n<p><u>Welche Beh\u00f6rde ist zust\u00e4ndig?<\/u><\/p>\n<p>Zust\u00e4ndig ist die&nbsp;<strong>Ver\u00adgabepr\u00fcf\u00adstelle<\/strong>, die in Rhein\u00adland-Pfalz dem Min\u00adis\u00adteri\u00adum f\u00fcr Wirtschaft, Verkehr, Land\u00adwirtschaft und Wein\u00adbau zuge\u00adord\u00adnet ist.<\/p>\n<p><u>Welche Form- und Fris\u00adtan\u00adforderun\u00adgen beste\u00adhen?<\/u><\/p>\n<p>Bieter oder Bewer\u00adber k\u00f6n\u00adnen ein Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungsver\u00adfahren durch ihre Bean\u00adstan\u00addung ansto\u00dfen, wenn ihrer R\u00fcge durch den Auf\u00adtragge\u00adber nicht abge\u00adholfen wird oder wenn sie Infor\u00adma\u00adtion \u00fcber eine beab\u00adsichtigte Zuschlagserteilung an ein anderes Unternehmen erhal\u00adten.<\/p>\n<p>In Erf\u00fcl\u00adlung ihrer Infor\u00adma\u00adtion\u00adspflicht m\u00fcssen&nbsp;<strong>Auf\u00adtragge\u00adber<\/strong>&nbsp;Bieter, deren Ange\u00adbote nicht ber\u00fcck\u00adsichtigt wer\u00adden sollen,&nbsp;<strong>unverz\u00fcglich auf elek\u00adtro\u00adn\u00adis\u00adchem Weg oder per Tele\u00adfax<\/strong>&nbsp;\u00fcber den Namen des Unternehmens, dessen Ange\u00adbot angenom\u00admen wer\u00adden soll, \u00fcber die wesentlichen Gr\u00fcnde der vorge\u00adse\u00adhenen Nicht\u00adber\u00fcck\u00adsich\u00adti\u00adgung ihres Ange\u00adbots und \u00fcber den fr\u00fch\u00adesten Zeit\u00adpunkt des Ver\u00adtragss\u00adchlusses&nbsp;<strong>informieren<\/strong>. Diese Pflicht gilt auch gegen\u00fcber Bewer\u00adbern, die nicht \u00fcber die Ablehnung ihrer Bewer\u00adbung informiert wur\u00adden, bevor die Mit\u00adteilung \u00fcber die Zuschlagsentschei\u00addung an die betrof\u00adfe\u00adnen Bieter ergan\u00adgen ist. Ein Ver\u00adtragss\u00adchluss darf erst nach sieben Kalen\u00adderta\u00adgen ab dem Tag nach der Absendung der Vor\u00ada\u00adbin\u00adfor\u00adma\u00adtion erfol\u00adgen.<\/p>\n<p><strong>Bieter&nbsp;<\/strong>oder<strong>&nbsp;Bewer\u00adber<\/strong>&nbsp;m\u00fcssen vor dem Ablauf dieser<strong>&nbsp;sieben Kalen\u00addertage nach Absendung der Infor\u00adma\u00adtion&nbsp;<\/strong>durch den Auf\u00adtragge\u00adber&nbsp;<strong>unter Angabe der Gr\u00fcnde schriftlich<\/strong>&nbsp;beim Auf\u00adtragge\u00adber die Ver\u00adlet\u00adzung von Ver\u00adgabevorschriften&nbsp;<strong>bean\u00adstanden<\/strong>. Ein anderes Wort f\u00fcr diese Bean\u00adstan\u00addung ist \u201eR\u00fcge.\u201c<\/p>\n<p>Sofern der Auf\u00adtragge\u00adber&nbsp;<strong>keine Abhil\u00adfe<\/strong>&nbsp;leis\u00adtet, muss er den Bieter oder Bewer\u00adber hier\u00fcber in&nbsp;<strong>Textform<\/strong>&nbsp;unter\u00adricht\u00aden. Der&nbsp;<strong>Auf\u00adtragge\u00adber benachrichtigt<\/strong>&nbsp;in dem Fall die&nbsp;<strong>Ver\u00adgabepr\u00fcf\u00adstelle<\/strong>&nbsp;und legt ihr die voll\u00adst\u00e4ndi\u00adgen Ver\u00adgabeak\u00adten vor. Der Zuschlag darf nur erteilt wer\u00adden, nach\u00addem eine entsprechende Entschei\u00addung der Ver\u00adgabepr\u00fcf\u00adstelle erge\u00adht oder sofern die Ver\u00adgabepr\u00fcf\u00adstelle nicht frist\u00adgerecht entschei\u00addet.<\/p>\n<p><u>Beste\u00adht eine R\u00fcgepflicht?<\/u><\/p>\n<p>Bieter oder Bewer\u00adber haben ihre&nbsp;<strong>R\u00fcgepflicht&nbsp;<\/strong>zu beacht\u00aden. Anson\u00adsten wird ihr Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbegehren durch die Ver\u00adgabepr\u00fcf\u00adstelle zur\u00fcck\u00adgewiesen.<\/p>\n<p>Soweit der gel\u00adtend gemachte Ver\u00adsto\u00df noch vor der Absage durch den Auf\u00adtragge\u00adber&nbsp;<strong>erkan\u00adnt&nbsp;<\/strong>wird, muss inner\u00adhalb von&nbsp;<strong>sieben Kalen\u00adderta\u00adgen<\/strong>&nbsp;ger\u00fcgt wer\u00adden. Bere\u00adits aus der Bekan\u00adnt\u00admachung erkennbare Ver\u00adgaberechtsver\u00adst\u00f6\u00dfe m\u00fcssen dar\u00fcber hin\u00adaus sp\u00e4testens&nbsp;<strong>bis zum Ablauf der in der Bekan\u00adnt\u00admachung benan\u00adnten Frist<\/strong>&nbsp;zur Bewer\u00adbung oder zur Ange\u00adbotsab\u00adgabe ger\u00fcgt wer\u00adden. Bei erst aus den Ver\u00adgabe\u00adun\u00adter\u00adla\u00adgen erkennbaren Ver\u00adst\u00f6\u00dfen muss eine R\u00fcge&nbsp;<strong>bis zum Ablauf der Frist zur Bewer\u00adbung oder Ange\u00adbotsab\u00adgabe<\/strong>&nbsp;erfol\u00adgen. Eben\u00adso wird das Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbegehren zur\u00fcck\u00adgewiesen, soweit mehr als&nbsp;<strong>sieben Kalen\u00addertage nach Absendung der Mit\u00adteilung des Auf\u00adtragge\u00adbers, ein\u00ader R\u00fcge nicht abhelfen zu wollen<\/strong>, ver\u00adgan\u00adgen sind und der Bieter oder Bewer\u00adber daraufhin keine Bean\u00adstan\u00addung vorgenom\u00admen hat.<\/p>\n<p><u>Worauf richtet sich der Antrag im Einzel\u00adnen?<\/u><\/p>\n<p>Die Bean\u00adstan\u00addung durch Bieter oder Bewer\u00adber muss sich auf einen&nbsp;<strong>konkreten Ver\u00adsto\u00df gegen Ver\u00adgabevorschriften<\/strong>&nbsp;beziehen und&nbsp;<strong>begr\u00fcn\u00addet<\/strong>&nbsp;wer\u00adden. Es find\u00adet keine umfassende Recht\u00adm\u00e4\u00dfigkeit\u00adskon\u00adtrolle des gesamten Ver\u00adgabev\u00ader\u00adfahrens statt. Den\u00adnoch kann die Ver\u00adgabepr\u00fcf\u00adstelle auch weit\u00adere aus ihrer Sicht kri\u00adtis\u00adche Punk\u00adte, die nicht Bestandteil des Antrags sind, pr\u00fcfen. Dies ist ins\u00adbeson\u00addere dann der Fall, wenn diese dem bean\u00adstanden\u00adden Bieter man\u00adgels Aktenein\u00adsicht nicht bekan\u00adnt sein k\u00f6n\u00adnen oder Ein\u00adfluss auf das Wer\u00adtungsergeb\u00adnis und die Ver\u00adgabeentschei\u00addung des Ver\u00adgabev\u00ader\u00adfahrens haben.<\/p>\n<p><u>Ent\u00adfall der Vor\u00ada\u00adbin\u00adfor\u00adma\u00adtion\u00adspflicht<\/u><\/p>\n<p>Die&nbsp;<strong>Infor\u00adma\u00adtion\u00adspflicht ent\u00adf\u00e4llt in beson\u00adders drin\u00adgen\u00adden F\u00e4llen<\/strong>. Im Rah\u00admen der&nbsp;<strong>Infor\u00adma\u00adtion\u00adspflicht<\/strong>&nbsp;m\u00fcssen Auf\u00adtragge\u00adber \u00fcber das&nbsp;<strong>weit\u00adere Ver\u00adfahren<\/strong>&nbsp;im Falle ein\u00ader Bean\u00adstan\u00addung unter\u00adricht\u00aden. Hier\u00adbei muss hingewiesen wer\u00adden auf die&nbsp;<strong>Kosten<\/strong>&nbsp;eines Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungsver\u00adfahrens und auf die M\u00f6glichkeit des&nbsp;<strong>Verzichts<\/strong>&nbsp;auf dessen Ein\u00adleitung. Zudem m\u00fcssen bes\u00adtimmte Infor\u00adma\u00adtio\u00adnen \u00fcber die Zuschlagserteilung nicht mit\u00adgeteilt wer\u00adden, wenn dies den Geset\u00adzesvol\u00adlzug behin\u00addern, dem \u00f6ffentlichen Inter\u00adesse zuwider\u00adlaufen, berechtigte gesch\u00e4ftliche Inter\u00adessen von Unternehmen sch\u00e4di\u00adgen oder den lauteren Wet\u00adtbe\u00adwerb zwis\u00adchen ihnen beein\u00adtr\u00e4chti\u00adgen w\u00fcrde.<\/p>\n<p><u>Was gilt bei de fac\u00adto Ver\u00adgabe in Rhein\u00adland-Pfalz?<\/u><\/p>\n<p>Wenn der Auf\u00adtragge\u00adber seine Infor\u00adma\u00adtion\u00adspflicht nicht erf\u00fcllt oder den Zuschlag vor dem Ablauf von sieben Kalen\u00adderta\u00adgen nach Absendung der Infor\u00adma\u00adtion erteilt hat, kann eine Bean\u00adstan\u00addung<strong>&nbsp;trotz erteil\u00adtem Zuschlag<\/strong>&nbsp;erfol\u00adgen. Diese muss schriftlich sp\u00e4testens einen Monat seit Ken\u00adnt\u00adnis des Ver\u00adtragsab\u00adschlusses, jedoch noch inner\u00adhalb von drei Monat\u00aden ab Ver\u00adtragsab\u00adschluss, gegen\u00fcber dem Auf\u00adtragge\u00adber vorgenom\u00admen wer\u00adden.<\/p>\n<p><u>Weit\u00adere R\u00fcgepflicht\u00aden<\/u><\/p>\n<p>Eine zus\u00e4t\u00adzliche Bean\u00adstan\u00addungsm\u00f6glichkeit beste\u00adht bei<strong>&nbsp;Nichtab\u00adhil\u00adfe ein\u00ader R\u00fcge<\/strong>. Hier\u00adbei muss inner\u00adhalb von sieben Kalen\u00adderta\u00adgen nach Absendung der entsprechen\u00adden Mit\u00adteilung des Auf\u00adtragge\u00adbers die schriftliche Bean\u00adstan\u00addung gegen\u00fcber dem Auf\u00adtragge\u00adber erfol\u00adgen. Inner\u00adhalb sein\u00ader Mit\u00adteilung muss der Auf\u00adtragge\u00adber \u00fcber diese Frist informieren.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich kann die Nichtein\u00adhal\u00adtung der Ver\u00adgabevorschriften auch dann bean\u00adstandet wer\u00adden, wenn das&nbsp;<strong>Ver\u00adgabev\u00ader\u00adfahren aufge\u00adhoben<\/strong>&nbsp;wurde. Eine solche Bean\u00adstan\u00addung muss inner\u00adhalb von sieben Kalen\u00adderta\u00adgen nach Absendung der Mit\u00adteilung des Auf\u00adtragge\u00adbers \u00fcber die Aufhe\u00adbung diesem gegen\u00fcber gel\u00adtend gemacht wer\u00adden. Sp\u00e4testens mit der Aufhe\u00adbung sind Bieter und Bewer\u00adber \u00fcber diese Frist zu informieren.<\/p>\n<p><u>Weit\u00adere Hin\u00adweise zum Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungsver\u00adfahren<\/u><\/p>\n<p>Es beste\u00adht kein Anspruch auf ein T\u00e4tig\u00adw\u00ader\u00adden der Ver\u00adgabepr\u00fcf\u00adstelle. Die Ver\u00adgabepr\u00fcf\u00adstelle beschr\u00e4nkt die Pr\u00fc\u00adfung auf das Vor\u00adbrin\u00adgen des Bieters oder Bewer\u00adbers sowie Tat\u00adsachen, die ihr dar\u00fcber hin\u00adaus bekan\u00adnt sein m\u00fcssen. Zur Sachver\u00adhalt\u00adsaufk\u00adl\u00e4rung sind die Auf\u00adtragge\u00adber zur Mitwirkung und F\u00f6rderung des raschen Ver\u00adfahrens\u00adab\u00adschlusses verpflichtet.<\/p>\n<p>Die&nbsp;<strong>Ver\u00adgabepr\u00fcf\u00adstelle entschei\u00addet inner\u00adhalb von drei Wochen<\/strong>&nbsp;nach Ein\u00adgang der voll\u00adst\u00e4ndi\u00adgen Ver\u00adgabeak\u00adten. Im Falle von beson\u00adderen tat\u00ads\u00e4ch\u00adlichen oder rechtlichen Schwierigkeit\u00aden ist eine&nbsp;<strong>Fristver\u00adl\u00e4ngerung<\/strong>&nbsp;um h\u00f6ch\u00adstens zwei Wochen m\u00f6glich. Es bedarf hierzu ein\u00ader begr\u00fcn\u00adde\u00adten Mit\u00adteilung an den Auf\u00adtragge\u00adber und den bean\u00adstanden\u00adden Bieter oder Bewer\u00adber.<\/p>\n<p>Die Ver\u00adgabepr\u00fcf\u00adstelle entschei\u00addet, ob eine Ver\u00adlet\u00adzung von Ver\u00adgabevorschriften durch den Auf\u00adtragge\u00adber vor\u00adliegt. Sie trifft geeignete&nbsp;<strong>Ma\u00df\u00adnah\u00admen zur Besei\u00adt\u00adi\u00adgung der Ver\u00adst\u00f6\u00dfe<\/strong>&nbsp;und kann den&nbsp;<strong>Zuschlag unter\u00adsagen<\/strong>. Aus\u00adnahm\u00adsweise darf die Ver\u00adgabepr\u00fcf\u00adstelle den Auf\u00adtragge\u00adber&nbsp;<strong>berechti\u00adgen, den Zuschlag sofort, ohne Pr\u00fc\u00adfung, zu erteilen<\/strong>, wenn die nachteili\u00adgen Fol\u00adgen der Verz\u00f6gerung der Ver\u00adgabe bis zum Abschluss der Nach\u00adpr\u00fc\u00adfung die damit ver\u00adbun\u00adde\u00adnen Vorteile \u00fcber\u00adwiegen. Ber\u00fcck\u00adsichtigt hier\u00adbei wer\u00adden alle m\u00f6glicher\u00adweise gesch\u00e4digten Inter\u00adessen sowie das Inter\u00adesse der All\u00adge\u00admein\u00adheit an einem schnellen Abschluss des Ver\u00adgabev\u00ader\u00adfahrens.<\/p>\n<p>Sofern der Zuschlag bere\u00adits vor der Entschei\u00addung der Ver\u00adgabepr\u00fcf\u00adstelle erteilt oder die Infor\u00adma\u00adtions- und Wartepflicht seit\u00adens des Auf\u00adtragge\u00adbers nicht einge\u00adhal\u00adten wurde, ist der&nbsp;<strong>Auf\u00adtrag von Anfang an unwirk\u00adsam<\/strong>, wenn dieser und ein weit\u00ader\u00ader Ver\u00adgaberechtsver\u00adsto\u00df im Rah\u00admen der Nach\u00adpr\u00fc\u00adfung fest\u00adgestellt wird. Der weit\u00adere Ver\u00adgaberechtsver\u00adsto\u00df muss Auswirkun\u00adgen auf die Zuschlagsentschei\u00addung gehabt haben.<\/p>\n<p>Die begr\u00fcn\u00addete Entschei\u00addung der Ver\u00adgabepr\u00fcf\u00adstelle wird dem Auf\u00adtragge\u00adber in Schrift\u00adform mit\u00adgeteilt und an dessen Auf\u00adsichts\u00adbe\u00adh\u00f6rde sowie an den betr\u00ade\u00adf\u00adfend\u00aden Bieter oder Bewer\u00adber \u00fcber\u00adsandt.<\/p>\n<p><u>Kosten<\/u><\/p>\n<p>Die \u00dcber\u00adpr\u00fc\u00adfung durch den Auf\u00adtragge\u00adber verur\u00adsacht keine Kosten. Das hei\u00dft: Eine blo\u00dfe R\u00fcge verur\u00adsachte keine Kosten.<\/p>\n<p>Anders sieht es bei ein\u00ader Nach\u00adpr\u00fc\u00adfung aus. F\u00fcr Amt\u00adshand\u00adlun\u00adgen der Ver\u00adgabepr\u00fcf\u00adstelle fall\u00aden Geb\u00fchren in H\u00f6he von&nbsp;<strong>100 EUR bis 2.500 EUR<\/strong>&nbsp;an. Die H\u00f6he der Geb\u00fchr richtet sich nach dem per\u00adson\u00adellen und sach\u00adlichen Aufwand sowie nach der wirtschaftlichen Bedeu\u00adtung des Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adge\u00adgen\u00adstands.<\/p>\n<p>Es wer\u00adden keine Geb\u00fchren erhoben, wenn der Bieter oder Bewer\u00adber zu Recht das Ver\u00adgabev\u00ader\u00adfahren bean\u00adstandet hat. Aufwen\u00addun\u00adgen zur Rechtsver\u00adfol\u00adgung wer\u00adden zwar nicht erstat\u00adtet. Jedoch d\u00fcrften die erfol\u00adgre\u00adichen Bieter und Bewer\u00adber nach \u00a7 280 Abs. 1 BGB einen Anspruch auf Ersatz ihrer Anwalt\u00adskosten haben.<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Unter\u00adschwellen\u00adrechtss\u00adchutz in Sach\u00adsen-Anhalt<\/strong><\/h3>\n<p><u>Rechts\u00adgrund\u00adla\u00adgen<\/u><\/p>\n<p>Bei Unter\u00adschre\u00aditung der EU-Schwellen\u00adwerte kommt in Sach\u00adsen-Anhalt ein Unter\u00adschwellen\u00adrechtss\u00adchutz nach den&nbsp;<strong>\u00a7\u00a7 19 ff. TVergG LSA<\/strong>&nbsp;in Betra\u00adcht. Hier\u00adf\u00fcr muss der gesch\u00e4tzte Auf\u00adtragswert bei Bauleis\u00adtun\u00adgen 120.000 EUR ohne Umsatzs\u00adteuer und bei Dien\u00adstleis\u00adtun\u00adgen und Liefer\u00adun\u00adgen 40.000 EUR ohne Umsatzs\u00adteuer \u00fcber\u00adsteigen.<\/p>\n<p><u>Welche Beh\u00f6rde ist zust\u00e4ndig?<\/u><\/p>\n<p>Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde ist die 3. Ver\u00adgabekam\u00admer des Lan\u00addes Sach\u00adsen-Anhalt, die beim Lan\u00addesver\u00adwal\u00adtungsamt Sach\u00adsen-Anhalt ans\u00e4s\u00adsig ist.<\/p>\n<p><u>Welche Form- und Fris\u00adtan\u00adforderun\u00adgen beste\u00adhen?<\/u><\/p>\n<p>F\u00fcr den&nbsp;<strong>Auf\u00adtragge\u00adber<\/strong>&nbsp;beste\u00adht die Pflicht zur&nbsp;<strong>Vor\u00ada\u00adbin\u00adfor\u00adma\u00adtion&nbsp;<\/strong>sp\u00e4testens<strong>&nbsp;sieben Werk\u00adtage vor dem Ver\u00adtragsab\u00adschluss&nbsp;<\/strong>in der<strong>&nbsp;vor\u00adab durch den Auf\u00adtragge\u00adber in der Ver\u00adgabebekan\u00adnt\u00admachung oder in den Ver\u00adgabe\u00adun\u00adter\u00adla\u00adgen fest\u00adgelegten Form<\/strong>.<\/p>\n<p>Der unter\u00adlegene Bieter hat daraufhin die&nbsp;<strong>M\u00f6glichkeit<\/strong>, eine&nbsp;<strong>R\u00fcge<\/strong>&nbsp;zu erheben. Hier\u00adf\u00fcr beste\u00adhen&nbsp;<strong>Fristvor\u00adgaben<\/strong>:<\/p>\n<p>So muss der Antrag\u00adsteller die gel\u00adtend gemacht\u00aden Ver\u00adst\u00f6\u00dfe gegen\u00fcber dem Auf\u00adtragge\u00adber inner\u00adhalb ein\u00ader Frist von&nbsp;<strong>zehn Werk\u00adta\u00adgen<\/strong>&nbsp;<strong>schriftlich oder elek\u00adtro\u00adn\u00adisch r\u00fcgen<\/strong>. Diese Frist begin\u00adnt mit der Ken\u00adnt\u00adnis der Ver\u00adgaberechtsver\u00adlet\u00adzung.<\/p>\n<p>Ver\u00adst\u00f6\u00dfe gegen Ver\u00adgabevorschriften, die bere\u00adits auf\u00adgrund der Bekan\u00adnt\u00admachung erkennbar sind, m\u00fcssen&nbsp;<strong>sp\u00e4testens bis zum Ablauf der in der Bekan\u00adnt\u00admachung benan\u00adnten Frist<\/strong>&nbsp;zur Bewer\u00adbung oder Ange\u00adbotsab\u00adgabe gegen\u00fcber dem \u00f6ffentlichen Auf\u00adtragge\u00adber&nbsp;<strong>schriftlich oder elek\u00adtro\u00adn\u00adisch<\/strong>&nbsp;ger\u00fcgt wer\u00adden.<\/p>\n<p>Ver\u00adgaberechtliche Ver\u00adst\u00f6\u00dfe, die erst in den Ver\u00adgabe\u00adun\u00adter\u00adla\u00adgen erkennbar sind, m\u00fcssen&nbsp;<strong>sp\u00e4testens bis zum Ablauf der Frist zur Bewer\u00adbung oder zur Ange\u00adbotsab\u00adgabe<\/strong>&nbsp;gegen\u00fcber dem \u00f6ffentlichen Auf\u00adtragge\u00adber&nbsp;<strong>schriftlich oder elek\u00adtro\u00adn\u00adisch<\/strong>&nbsp;ger\u00fcgt wer\u00adden.<\/p>\n<p>Aber Achtung: die 7\u2011Tages-Frist l\u00e4uft unab\u00adh\u00e4ngig davon weit\u00ader. Das hei\u00dft: Der Bieter muss r\u00fcgen, und er muss anschlie\u00dfend rechtzeit\u00adig, also noch vor dem Zuschlag nach Ablauf der 7\u2011Tages-Frist, einen Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungsantrag bei der 3. Ver\u00adgabekam\u00admer stellen, wenn der Auf\u00adtragge\u00adber auf die R\u00fcge hin nicht abhil\u00adft. Kommt der Bieter zu sp\u00e4t, ver\u00adliert er seine Rechtss\u00adchutzm\u00f6glichkeit\u00aden.<\/p>\n<p>Die Ein\u00adleitung des Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungsver\u00adfahrens durch den unter\u00adlege\u00adnen Bieter geschieht, indem er einen&nbsp;<strong>schriftlichen oder elek\u00adtro\u00adn\u00adis\u00adchen Antrag<\/strong>&nbsp;stellt. Noch mal: Anders als in anderen Bun\u00addesl\u00e4n\u00addern, die den Unter\u00adschwellen\u00adrechtss\u00adchutz ken\u00adnen, muss der Bieter hier also nach der R\u00fcge noch mal von sich aus aktiv wer\u00adden.<\/p>\n<p>Nach dem Ein\u00adgang der Mit\u00adteilung eines \u00f6ffentlichen Auf\u00adtragge\u00adbers, ein\u00ader R\u00fcge nicht abhelfen zu wollen, d\u00fcr\u00adfen nicht mehr als&nbsp;<strong>15 Werk\u00adtage<\/strong>&nbsp;ver\u00adgan\u00adgen sein, da anson\u00adsten der Antrag unzul\u00e4s\u00adsig ist.<\/p>\n<p><u>Worauf richtet sich der Antrag im Einzel\u00adnen?<\/u><\/p>\n<p>Der Antrag begr\u00fcn\u00addet sich mit der Ver\u00adlet\u00adzung der Bes\u00adtim\u00admungen \u00fcber das Ver\u00adgabev\u00ader\u00adfahren. Er muss ein bes\u00adtimmtes&nbsp;<strong>Begehren<\/strong>&nbsp;und die&nbsp;<strong>behauptete Rechtsver\u00adlet\u00adzung mit Sachver\u00adhalts\u00addarstel\u00adlung&nbsp;<\/strong>und Beze\u00adich\u00adnung der ver\u00adf\u00fcg\u00adbaren&nbsp;<strong>Beweis\u00admit\u00adtel<\/strong>&nbsp;enthal\u00adten. Zudem muss dargelegt wer\u00adden, dass die&nbsp;<strong>R\u00fcge<\/strong>&nbsp;gegen\u00fcber dem Auf\u00adtragge\u00adber erfol\u00adgt ist. Auch m\u00fcssen die son\u00adsti\u00adgen&nbsp;<strong>Beteiligten<\/strong>&nbsp;m\u00fcssen nach M\u00f6glichkeit beze\u00adich\u00adnet wer\u00adden.<\/p>\n<p><u>Hin\u00adweise zum Ver\u00adfahrens\u00adablauf<\/u><\/p>\n<p>Der&nbsp;<strong>Auf\u00adtragge\u00adber muss<\/strong>&nbsp;die Bieter, deren Ange\u00adbote nicht ber\u00fcck\u00adsichtigt wer\u00adden sollen, vor der Zuschlagserteilung \u00fcber den Namen des Bieters, dessen Ange\u00adbot angenom\u00admen wer\u00adden soll und \u00fcber die Gr\u00fcnde der vorge\u00adse\u00adhenen Nicht\u00adber\u00fcck\u00adsich\u00adti\u00adgung ihres Ange\u00adbots&nbsp;<strong>informieren<\/strong>.<\/p>\n<p>Beteiligt am Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungsver\u00adfahren sind der Antrag\u00adsteller, der \u00f6ffentliche Auf\u00adtragge\u00adber und die Unternehmen, deren Inter\u00adessen durch die Entschei\u00addung schw\u00ader\u00adwiegend ber\u00fchrt wer\u00adden und die deswe\u00adgen von der Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde beige\u00adladen wor\u00adden sind.<\/p>\n<p>Informiert die Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde den \u00f6ffentlichen Auf\u00adtragge\u00adber schriftlich oder elek\u00adtro\u00adn\u00adisch \u00fcber den Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungsantrag, darf der&nbsp;<strong>Zuschlag nicht vor ein\u00ader Entschei\u00addung<\/strong>&nbsp;der Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde erteilt wer\u00adden.<\/p>\n<p><u>Vor\u00adabges\u00adtat\u00adtung in Sach\u00adsen-Anhalt<\/u><\/p>\n<p>Auf&nbsp;<strong>Antrag<\/strong>&nbsp;des \u00f6ffentlichen Auf\u00adtragge\u00adbers kann die Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde diesem&nbsp;<strong>ges\u00adtat\u00adten<\/strong>, dem Unternehmen, welch\u00ades urspr\u00fcnglich den Zuschlag erhal\u00adten sollte, den&nbsp;<strong>Zuschlag zu erteilen<\/strong>, wenn die nachteili\u00adgen Fol\u00adgen ein\u00ader Verz\u00f6gerung der Ver\u00adgabe bis zum Abschluss der Nach\u00adpr\u00fc\u00adfung die damit ver\u00adbun\u00adde\u00adnen Vorteile \u00fcber\u00adwiegen. Zu ber\u00fcck\u00adsichti\u00adgen sind alle m\u00f6glicher\u00adweise gesch\u00e4digten Inter\u00adessen und das Inter\u00adesse der All\u00adge\u00admein\u00adheit an einem schnellen Abschluss des Ver\u00adgabev\u00ader\u00adfahrens sowie an ein\u00ader wirtschaftlichen Erf\u00fcl\u00adlung der Auf\u00adgaben des \u00f6ffentlichen Auf\u00adtragge\u00adbers. Eben\u00adso flie\u00dfen die all\u00adge\u00admeinen Aus\u00adsicht\u00aden des Antrag\u00adstellers im Ver\u00adgabev\u00ader\u00adfahren, den \u00f6ffentlichen Auf\u00adtrag zu erhal\u00adten, regelm\u00e4\u00dfig, jedoch nicht in jedem Falle, in die Abw\u00e4\u00adgung ein.<\/p>\n<p><u>Vor\u00adl\u00e4u\u00adfige Ma\u00df\u00adnah\u00admen<\/u><\/p>\n<p>Soweit der Anspruch des Antrag\u00adstellers auf Ein\u00adhal\u00adtung der Ver\u00adgabevorschriften nicht durch den dro\u00adhen\u00adden Zuschlag, son\u00addern auf eine andere Weise gef\u00e4hrdet ist, kann die Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde auf beson\u00adderen Antrag mit\u00adtels&nbsp;<strong>vor\u00adl\u00e4u\u00adfiger Ma\u00df\u00adnah\u00admen zur Sicherung der Rechte des Anspruch\u00adstellers<\/strong>&nbsp;in das Ver\u00adgabev\u00ader\u00adfahren ein\u00adgreifen. Zuvor muss wiederum eine Inter\u00adessen\u00adab\u00adw\u00e4\u00adgung erfol\u00adgen.<\/p>\n<p><u>Entschei\u00addungs\u00adfrist<\/u><\/p>\n<p>Die&nbsp;<strong>Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde entschei\u00addet<\/strong>&nbsp;inner\u00adhalb von&nbsp;<strong>f\u00fcnf Wochen ab Ein\u00adgang des Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungsantrags schriftlich oder elek\u00adtro\u00adn\u00adisch<\/strong>&nbsp;\u00fcber diesen. Aus\u00adnahm\u00adsweise ist eine Ver\u00adl\u00e4ngerung der Frist durch den Vor\u00adsitzen\u00adden bei beson\u00adderen tat\u00ads\u00e4ch\u00adlichen oder rechtlichen Schwierigkeit\u00aden durch Mit\u00adteilung an die Beteiligten m\u00f6glich. Die Ver\u00adl\u00e4ngerung sollte zwei Wochen nicht \u00fcber\u00adsteigen und schriftlich oder elek\u00adtro\u00adn\u00adisch begr\u00fcn\u00addet wer\u00adden. Erfol\u00adgt keine frist\u00adgerechte Entschei\u00addung, gilt der Antrag als abgelehnt.<\/p>\n<p>Die Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde kann auch auf\u00adgrund m\u00fcndlich\u00ader Ver\u00adhand\u00adlung entschei\u00adden, die einen Ter\u00admin nicht \u00fcber\u00adschre\u00adit\u00aden sollte.<\/p>\n<p>Die Beteiligten m\u00fcssen an der Aufk\u00adl\u00e4rung des Sachver\u00adhalts mitwirken. Hierzu k\u00f6n\u00adnen ihnen Fris\u00adten geset\u00adzt wer\u00adden. Ver\u00adsp\u00e4tetes Vor\u00adbrin\u00adgen wird nicht ber\u00fcck\u00adsichtigt.<\/p>\n<p><u>Kosten<\/u><\/p>\n<p>Amt\u00adshand\u00adlun\u00adgen der Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde verur\u00adsachen Kosten in H\u00f6he von&nbsp;<strong>100 EUR bis 1.000 EUR<\/strong>, je nach per\u00adson\u00adellem und sach\u00adlichem Aufwand der Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde unter Ber\u00fcck\u00adsich\u00adti\u00adgung der wirtschaftlichen Bedeu\u00adtung des Gegen\u00adstands der Nach\u00adpr\u00fc\u00adfung. F\u00fcr den Fall, dass der Bieter das Ver\u00adgabev\u00ader\u00adfahren zu Recht bean\u00adstandet hat, fall\u00aden ihm keine Kosten zur Last.<\/p>\n<h3><strong>Unter\u00adschwellen\u00adrechtss\u00adchutz in Th\u00fcrin\u00adgen<\/strong><\/h3>\n<p><u>Rechts\u00adgrund\u00adla\u00adgen<\/u><\/p>\n<p>In Th\u00fcrin\u00adgen beste\u00adht ein Unter\u00adschwellen\u00adrechtss\u00adchutz nach \u00a7 14 Th\u00fcrVgG. Hier\u00adf\u00fcr ist es notwendig, dass der voraus\u00adsichtliche Gesam\u00adtauf\u00adtragswert bei Bauleis\u00adtun\u00adgen 150.000 EUR ohne Umsatzs\u00adteuer und bei Leis\u00adtun\u00adgen und Liefer\u00adun\u00adgen 50.000 EUR ohne Umsatzs\u00adteuer \u00fcber\u00adsteigt.<\/p>\n<p><u>Welche Beh\u00f6rde ist zust\u00e4ndig?<\/u><\/p>\n<p>Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde ist die beim Lan\u00addesver\u00adwal\u00adtungsamt ein\u00adgerichtete Ver\u00adgabekam\u00admer.<\/p>\n<p><u>Welche Form- und Fris\u00adtan\u00adforderun\u00adgen beste\u00adhen?<\/u><\/p>\n<p>Zun\u00e4chst muss der Auf\u00adtragge\u00adber sein\u00ader Infor\u00adma\u00adtion\u00adspflicht sp\u00e4testens sieben Kalen\u00addertage vor Ver\u00adtragsab\u00adschluss nachkom\u00admen. Hier\u00adbei ist die vom Auf\u00adtragge\u00adber zuvor inner\u00adhalb der Bekan\u00adnt\u00admachung oder in den Ver\u00adgabe\u00adun\u00adter\u00adla\u00adgen bes\u00adtimmte Form zu wahren.<\/p>\n<p>Der Bieter muss nach sein\u00ader Unter\u00adrich\u00adtung durch den Auf\u00adtragge\u00adber inner\u00adhalb dieser Frist beim Auf\u00adtragge\u00adber die Ver\u00adlet\u00adzung sein\u00ader Rechte durch die Nichtein\u00adhal\u00adtung der Ver\u00adgabevorschriften bean\u00adstanden. Es ist die Form zu wahren, welche der Auf\u00adtragge\u00adber zuvor unter Beach\u00adtung der jew\u00adeils ein\u00adschl\u00e4gi\u00adgen ver\u00adgaberechtlichen For\u00admvorschriften in der Bekan\u00adnt\u00admachung oder in den Ver\u00adgabe\u00adun\u00adter\u00adla\u00adgen bes\u00adtimmt hat.<\/p>\n<p><u>Worauf richtet sich der Antrag im Einzel\u00adnen?<\/u><\/p>\n<p>Die Bean\u00adstan\u00addung durch den Bieter muss sich auf die Ver\u00adlet\u00adzung sein\u00ader Rechte durch die Nichtein\u00adhal\u00adtung der Ver\u00adgabevorschriften beziehen.<\/p>\n<p><u>Hin\u00adweise zum Ver\u00adfahrens\u00adablauf<\/u><\/p>\n<p>Der Auf\u00adtragge\u00adber ist verpflichtet, die Bieter, deren Ange\u00adbote nicht ber\u00fcck\u00adsichtigt wer\u00adden sollen, zu informieren \u00fcber den Namen des Bieters, dessen Ange\u00adbot angenom\u00admen wer\u00adden soll, \u00fcber die Gr\u00fcnde der vorge\u00adse\u00adhenen Nicht\u00adber\u00fcck\u00adsich\u00adti\u00adgung ihres Ange\u00adbots und \u00fcber den fr\u00fch\u00adest\u00adm\u00f6glichen Zeit\u00adpunkt der Zuschlagserteilung.<\/p>\n<p>Der Bieter kann daraufhin eine Bean\u00adstan\u00addung vornehmen, auch \u201eR\u00fcge\u201c genan\u00adnt. Hil\u00adft der Auf\u00adtragge\u00adber der Bean\u00adstan\u00addung nicht ab, muss dieser die Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde durch \u00dcbersendung der voll\u00adst\u00e4ndi\u00adgen Ver\u00adgabeak\u00adten unter\u00adricht\u00aden.<\/p>\n<p>Sofern die Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde nicht inner\u00adhalb von 14 Kalen\u00adderta\u00adgen das Ver\u00adgabev\u00ader\u00adfahren unter Angabe von Gr\u00fcn\u00adden bean\u00adstandet, darf der Zuschlag erteilt wer\u00adden. Andern\u00adfalls ist die Auf\u00adfas\u00adsung der Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde zu ber\u00fcck\u00adsichti\u00adgen. Die Frist begin\u00adnt am Tag nach dem Ein\u00adgang der Unter\u00adrich\u00adtung. Aus\u00adnahm\u00adsweise darf die Frist durch die Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde um weit\u00adere sieben Kalen\u00addertage ein\u00adma\u00adlig ver\u00adl\u00e4ngert wer\u00adden. Die Fristver\u00adl\u00e4ngerung ist durch die Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde zu begr\u00fcn\u00adden.<\/p>\n<p>Ein Anspruch des Bieters auf T\u00e4tig\u00adw\u00ader\u00adden der Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde beste\u00adht nicht.<\/p>\n<p>Sofern die Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde t\u00e4tig wird, entschei\u00addet sie abschlie\u00dfend dar\u00fcber, ob der Bieter durch die Nichtein\u00adhal\u00adtung von Ver\u00adgabevorschriften in seinen Recht\u00aden ver\u00adlet\u00adzt wurde.<\/p>\n<p><u>Kosten<\/u><\/p>\n<p>F\u00fcr Amt\u00adshand\u00adlun\u00adgen der Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde fall\u00aden Geb\u00fchren in H\u00f6he von 100 EUR bis 1.000 EUR an. Die konkrete H\u00f6he der Geb\u00fchren bes\u00adtimmt sich nach dem per\u00adson\u00adellen und sach\u00adlichen Aufwand der Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde, wobei auch die wirtschaftliche Bedeu\u00adtung des Gegen\u00adstands der Nach\u00adpr\u00fc\u00adfung ber\u00fcck\u00adsichtigt wird. Sofern der Bieter zu Recht das Ver\u00adgabev\u00ader\u00adfahren bean\u00adstandet hat, wird er nicht mit den Kosten belastet.<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<h3><strong>Unter\u00adschwellen\u00adrechtss\u00adchutz in Sach\u00adsen<\/strong><\/h3>\n<p><u>Rechts\u00adgrund\u00adla\u00adgen<\/u><\/p>\n<p>Sofern die EU-Schwellen\u00adwerte nicht erre\u00adicht wer\u00adden, beste\u00adht in Sach\u00adsen die M\u00f6glichkeit eines eige\u00adnen Rechtss\u00adchutzver\u00adfahrens im Unter\u00adschwellen\u00adbere\u00adich nach \u00a7 8 S\u00e4chsVer\u00adgabeG. Hier\u00adf\u00fcr muss der Auf\u00adtragswert bei Bauleis\u00adtun\u00adgen 75.000 EUR ohne Umsatzs\u00adteuer und bei Liefer\u00adun\u00adgen und Leis\u00adtun\u00adgen 50.000 EUR ohne Umsatzs\u00adteuer \u00fcber\u00adsteigen.<\/p>\n<p><u>Welche Beh\u00f6rde ist zust\u00e4ndig?<\/u><\/p>\n<p>Zust\u00e4ndi\u00adge Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde ist die Auf\u00adsichts\u00adbe\u00adh\u00f6rde des Auf\u00adtragge\u00adbers, bei kreisange\u00adh\u00f6ri\u00adgen Gemein\u00adden und Zweck\u00adver\u00adb\u00e4n\u00adden die Lan\u00addes\u00addi\u00adrek\u00adtion Sach\u00adsen. Bei Zuwen\u00addungsempf\u00e4ngern, die nicht \u00f6ffentliche Auf\u00adtragge\u00adber sind, tritt an die Stelle der Auf\u00adsichts\u00adbe\u00adh\u00f6rde die Bewil\u00adli\u00adgungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde.<\/p>\n<p><u>Welche Form- und Fris\u00adtan\u00adforderun\u00adgen beste\u00adhen?<\/u><\/p>\n<p>F\u00fcr den Auf\u00adtragge\u00adber beste\u00adht die Pflicht zur Abgabe ein\u00ader Vor\u00ada\u00adbin\u00adfor\u00adma\u00adtion gegen\u00fcber dem Bieter in Textform sp\u00e4testens zehn Kalen\u00addertage vor dem Ver\u00adtragsab\u00adschluss.<\/p>\n<p>Der Bieter muss das Ver\u00adgabev\u00ader\u00adfahren vor Ablauf dieser zehn Kalen\u00addertage schriftlich dem Auf\u00adtragge\u00adber gegen\u00fcber bean\u00adstanden.<\/p>\n<p><u>Worauf richtet sich der Antrag im Einzel\u00adnen?<\/u><\/p>\n<p>Die Bean\u00adstan\u00addung des Bieters begr\u00fcn\u00addet sich mit der Nichtein\u00adhal\u00adtung der Ver\u00adgabevorschriften. Der Bieter begehrt eine Wieder\u00adhol\u00adung der bean\u00adstande\u00adten Hand\u00adlung oder \u2013 nach rechtswidriger und zugle\u00adich unwirk\u00adsamer Aufhe\u00adbung des Ver\u00adgabev\u00ader\u00adfahrens, eine Aufhe\u00adbung der Aufhe\u00adbung und Fort\u00adset\u00adzung des Ver\u00adgabev\u00ader\u00adfahrens.<\/p>\n<p><u>Hin\u00adweise zum Ver\u00adfahrens\u00adablauf<\/u><\/p>\n<p>Die Pflicht des Auf\u00adtragge\u00adbers zur Vor\u00ada\u00adbin\u00adfor\u00adma\u00adtion gegen\u00fcber dem Bieter, dessen Ange\u00adbot nicht ber\u00fcck\u00adsichtigt wer\u00adden soll, umfasst den Namen des Bieters, dessen Ange\u00adbot angenom\u00admen wer\u00adden soll sowie den Grund der vorge\u00adse\u00adhenen Nicht\u00adber\u00fcck\u00adsich\u00adti\u00adgung des Ange\u00adbots des betr\u00ade\u00adf\u00adfend\u00aden Bieters.<\/p>\n<p>Sofern der Bieter eine Bean\u00adstan\u00addung vorn\u00adimmt und dieser nicht durch die Ver\u00adgabestelle abge\u00adholfen wurde, hat der Auf\u00adtragge\u00adber die Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde zu unter\u00adricht\u00aden.<\/p>\n<p>Der Zuschlag darf erst erteilt wer\u00adden, wenn die Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde nicht inner\u00adhalb von zehn Kalen\u00adderta\u00adgen nach ihrer Unter\u00adrich\u00adtung das Ver\u00adgabev\u00ader\u00adfahren unter Angabe von Gr\u00fcn\u00adden bean\u00adstandet. Sofern jedoch eine begr\u00fcn\u00addete Bean\u00adstan\u00addung erfol\u00adgt, hat der Auf\u00adtragge\u00adber die Auf\u00adfas\u00adsung der Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde zu beacht\u00aden.<\/p>\n<p>Es beste\u00adht kein Anspruch des Bieters auf ein T\u00e4tig\u00adw\u00ader\u00adden der Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde.<\/p>\n<p><u>Kosten<\/u><\/p>\n<p>Amt\u00adshand\u00adlun\u00adgen der Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde sind kostenpflichtig, wenn die Bean\u00adstan\u00addung erfol\u00adg\u00adlos ist. Die Geb\u00fchren belaufen sich auf 100 EUR bis 1.000 EUR und bemessen sich nach dem per\u00adson\u00adellen und sach\u00adlichen Aufwand der Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adbe\u00adh\u00f6rde unter Ber\u00fcck\u00adsich\u00adti\u00adgung der wirtschaftlichen Bedeu\u00adtung des Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungs\u00adge\u00adgen\u00adstands. Sofern ein Bieter das Ver\u00adgabev\u00ader\u00adfahren zu Recht bean\u00adstandet hat, fall\u00aden ihm keine Kosten zur Last.<\/p>\n<p><em>Hin\u00adweis: Dieser Recht\u00adstipp erset\u00adzt keinen anwaltlichen Rat im Einzelfall. Er ist naturgem\u00e4\u00df unvoll\u00adst\u00e4ndig, auch ist er nicht auf Ihren Fall bezo\u00adgen und stellt zudem eine Momen\u00adtauf\u00adnahme dar, da sich geset\u00adzliche Grund\u00adla\u00adgen und Recht\u00adsprechung im Lauf der Zeit \u00e4ndern. Er kann und will nicht alle denkbaren Kon\u00adstel\u00adla\u00adtio\u00adnen abdeck\u00aden, dient Unter\u00adhal\u00adtungs- und Ersto\u00adri\u00aden\u00adtierungszweck\u00aden und soll Sie zur fr\u00fchzeit\u00adi\u00adgen Abkl\u00e4rung von Rechts\u00adfra\u00adgen motivieren, nicht aber davon abhal\u00adten. abante Recht\u00adsan\u00adw\u00e4lte war nicht am Ver\u00adfahren beteiligt und hat keine Partei im Stre\u00aditver\u00adfahren vertreten.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter\u00adschwellen\u00adrechtss\u00adchutz Sofern die EU-Schwellen\u00adw\u00aderte erre\u00adicht wer\u00adden, ist eine Nach\u00adpr\u00fc\u00adfung der Ver\u00adgabeentschei\u00addung gem. \u00a7\u00a7 155 ff. GWB vor der zust\u00e4ndi\u00adgen Ver\u00adgabekam\u00admer durch das Ein\u00adre\u00adichen eines Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungsantrags m\u00f6glich. Wie ist aber unter\u00adhalb der EU-Schwellen\u00adw\u00aderte? Bei Auf\u00adtragswerten unter\u00adhalb der EU-Schwellen\u00adw\u00aderte beste\u00adhen fernab der all\u00adge\u00admeinen prozes\u00adsualen Rechtss\u00adchutzm\u00f6glichkeit\u00aden, wie dem einst\u00adweili\u00adgen Rechtss\u00adchutzver\u00adfahren oder der Schadenser\u00adsatzk\u00adlage, in einzel\u00adnen Bun\u00addesl\u00e4n\u00addern spezielle ver\u00adgaberechtliche [\u2026]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","class_list":["post-25865","abante_lexikon","type-abante_lexikon","status-publish","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/abante.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/abante_lexikon\/25865","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/abante.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/abante_lexikon"}],"about":[{"href":"https:\/\/abante.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/abante_lexikon"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/abante.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/abante.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/abante_lexikon\/25865\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25966,"href":"https:\/\/abante.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/abante_lexikon\/25865\/revisions\/25966"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/abante.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25865"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}