{"id":25861,"date":"2026-09-09T17:15:36","date_gmt":"2026-09-09T15:15:36","guid":{"rendered":"https:\/\/abante.de\/?post_type=abante_lexikon&#038;p=25861"},"modified":"2026-10-02T15:10:56","modified_gmt":"2026-10-02T13:10:56","slug":"ruege-vergabeverfahren","status":"publish","type":"abante_lexikon","link":"https:\/\/abante.de\/en\/vergaberecht-lexikon\/ruege-vergabeverfahren\/","title":{"rendered":"R\u00fcge im Ver\u00adgabev\u00ader\u00adfahren"},"content":{"rendered":"<h2><strong>R\u00fcgeobliegen\u00adheit nach \u00a7 160 Abs. 3 GWB<\/strong><\/h2>\n<p>Das Gesetz unter\u00adschei\u00addet drei R\u00fcgeobliegen\u00adheit\u00aden sowie eine nachge\u00adlagerte Antrags\u00adfrist:<\/p>\n<p><strong>Nr. 1 \u2013 Erkan\u00adnte Ver\u00adst\u00f6\u00dfe:<\/strong> Ver\u00adgabev\u00ader\u00adst\u00f6\u00dfe, die der Bieter pos\u00adi\u00adtiv erkan\u00adnt hat, sind inner\u00adhalb von zehn Kalen\u00adderta\u00adgen ab Ken\u00adnt\u00adnis zu r\u00fcgen. Die Frist ist abso\u00adlut; Ver\u00adl\u00e4ngerung oder Wiedere\u00adin\u00adset\u00adzung sind nicht vorge\u00adse\u00adhen. Die Recht\u00adsprechung legt \u201eKen\u00adnt\u00adnis\u201c dabei objek\u00adtiv aus: Ma\u00dfge\u00adblich ist, was ein fachkundi\u00adger Bieter bei sorgf\u00e4ltiger Pr\u00fc\u00adfung der Unter\u00adla\u00adgen h\u00e4tte erken\u00adnen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Nr. 2 \u2013 Aus der Bekan\u00adnt\u00admachung erkennbare Ver\u00adst\u00f6\u00dfe:<\/strong> Diese sind sp\u00e4testens bis zum Ablauf der Bewer\u00adbungs- oder Ange\u00adbots\u00adfrist zu r\u00fcgen.<\/p>\n<p><strong>Nr. 3 \u2013 Aus den Ver\u00adgabe\u00adun\u00adter\u00adla\u00adgen erkennbare Ver\u00adst\u00f6\u00dfe:<\/strong> Diese sind eben\u00adfalls sp\u00e4testens bis zum Ablauf der Frist zur Bewer\u00adbung oder Ange\u00adbotsab\u00adgabe zu r\u00fcgen.<\/p>\n<p><strong>Nr. 4 \u2013 Frist nach Nichtab\u00adhil\u00adfemit\u00adteilung:<\/strong> Hat der Auf\u00adtragge\u00adber mit\u00adgeteilt, der R\u00fcge nicht abhelfen zu wollen, muss der Nach\u00adpr\u00fc\u00adfungsantrag inner\u00adhalb von 15 Kalen\u00adderta\u00adgen nach Ein\u00adgang dieser Mit\u00adteilung gestellt wer\u00adden. Andern\u00adfalls ist die Ver\u00adgabekam\u00admer an ein\u00ader Sachentschei\u00addung gehin\u00addert.<\/p>\n<h2><strong>Aus\u00adnahme: Keine R\u00fcgeobliegen\u00adheit bei bes\u00adtimmten schw\u00aderen Ver\u00adst\u00f6\u00dfen<\/strong><\/h2>\n<p>Nicht jed\u00ader Ver\u00adgabev\u00ader\u00adsto\u00df muss zun\u00e4chst ger\u00fcgt wer\u00adden. Bei schw\u00ader\u00adwiegen\u00adden Ver\u00adst\u00f6\u00dfen gegen die Bekan\u00adnt\u00admachungspflicht \u2013 ins\u00adbeson\u00addere bei soge\u00adnan\u00adnten De-fac\u00adto-Ver\u00adgaben, also der Ver\u00adgabe eines Auf\u00adtrags ohne vorherige europaweite Bekan\u00adnt\u00admachung \u2013 beste\u00adht nach \u00a7 135 GWB die M\u00f6glichkeit, die Unwirk\u00adsamkeit des geschlosse\u00adnen Ver\u00adtrags direkt gel\u00adtend zu machen. Eine vorherige R\u00fcge ist in diesen F\u00e4llen keine Zul\u00e4s\u00adsigkeitsvo\u00adraus\u00adset\u00adzung. Zu beacht\u00aden ist jedoch die 30-Tages-Frist des \u00a7 135 Abs. 2 GWB nach Bekan\u00adnt\u00admachung der Zuschlagserteilung bzw. die absolute Frist von sechs Monat\u00aden ab Ver\u00adtragss\u00adchluss.<\/p>\n<h2><strong>Form und Inhalt<\/strong><\/h2>\n<p>Das GWB schreibt keine bes\u00adtimmte Form vor. Schriftliche Form \u2013 per E\u2011Mail oder Brief \u2013 ist jedoch drin\u00adgend zu empfehlen, da der frist\u00adgerechte Zugang beim Auf\u00adtragge\u00adber im Stre\u00adit\u00adfall nachgewiesen wer\u00adden muss.<\/p>\n<p>Inhaltlich muss die R\u00fcge den bean\u00adstande\u00adten Ver\u00adgabev\u00ader\u00adsto\u00df konkret und nachvol\u00adlziehbar benen\u00adnen, das ger\u00fcgte Ver\u00adhal\u00adten des Auf\u00adtragge\u00adbers klar beze\u00adich\u00adnen und Abhil\u00adfe ver\u00adlan\u00adgen. Pauschale For\u00admulierun\u00adgen gen\u00fc\u00adgen der R\u00fcgeobliegen\u00adheit nicht. Jed\u00ader Ver\u00adsto\u00df ist einzeln und spez\u00adi\u00adfisch darzustellen.<\/p>\n<h2><strong>R\u00fcge nach dem Infor\u00adma\u00adtion\u00adss\u00adchreiben gem\u00e4\u00df \u00a7 134 GWB<\/strong><\/h2>\n<p>Nach Erhalt des Infor\u00adma\u00adtion\u00adss\u00adchreibens gem\u00e4\u00df \u00a7 134 GWB l\u00e4uft eine geset\u00adzliche Warte\u00adfrist: Der Auf\u00adtragge\u00adber darf den Zuschlag fr\u00fch\u00adestens 15 Kalen\u00addertage nach Absendung der Mit\u00adteilung erteilen; bei elek\u00adtro\u00adn\u00adis\u00adch\u00ader \u00dcber\u00admit\u00adtlung verk\u00fcrzt sich diese Frist auf 10 Kalen\u00addertage. F\u00fcr Bieter begin\u00adnt mit diesem Schreiben typ\u00adis\u00adcher\u00adweise die 10-Tages-Frist nach \u00a7 160 Abs. 3 Nr. 1 GWB, sofern sich aus dem Schreiben Anhalt\u00adspunk\u00adte f\u00fcr Ver\u00adgabev\u00ader\u00adst\u00f6\u00dfe ergeben.<\/p>\n<h2><strong>R\u00fcge im Unter\u00adschwellen\u00adbere\u00adich<\/strong><\/h2>\n<p>Unter\u00adhalb der <a href=\"https:\/\/abante.de\/lexikon_kategorie\/eu-schwellenwerte-im-vergabeverfahren\/\">EU-Schwellen\u00adwerte<\/a> beste\u00adht keine bun\u00adde\u00adsein\u00adheitliche Regelung. Einige Lan\u00addesver\u00adgabege\u00adset\u00adze sehen eine R\u00fcgeobliegen\u00adheit aus\u00addr\u00fcck\u00adlich vor; in anderen L\u00e4n\u00addern hat die Recht\u00adsprechung eine entsprechende Anforderung entwick\u00adelt. Eine Pr\u00fc\u00adfung des jew\u00adeils anwend\u00adbaren Lan\u00addesrechts ist uner\u00adl\u00e4sslich.<\/p>\n<p><em>Hin\u00adweis: Keine Rechts\u00adber\u00adatung.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00fcgeobliegen\u00adheit nach \u00a7 160 Abs. 3 GWB Das Gesetz unter\u00adschei\u00addet drei R\u00fcgeobliegen\u00adheit\u00aden sowie eine nachge\u00adlagerte Antrags\u00adfrist: Nr. 1 \u2013 Erkan\u00adnte Ver\u00adst\u00f6\u00dfe: Ver\u00adgabev\u00ader\u00adst\u00f6\u00dfe, die der Bieter pos\u00adi\u00adtiv erkan\u00adnt hat, sind inner\u00adhalb von zehn Kalen\u00adderta\u00adgen ab Ken\u00adnt\u00adnis zu r\u00fcgen. Die Frist ist abso\u00adlut; Ver\u00adl\u00e4ngerung oder Wiedere\u00adin\u00adset\u00adzung sind nicht vorge\u00adse\u00adhen. 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